Schutzvereinigung Fondsbesitz SVFB

Die Schutzvereinigung Fondsbesitz (SVFB) nimmt die Interessen geschädigter Fondsanleger wahr. Die Schutzvereinigung verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Ziele. Sie ist eine Selbsthilfeorganisation von Kapitalanlegern verschiedener notleidender Fonds und vertritt u.a. die Interessen der Anleger diverser Immobilienfonds (z. B. Brunowa GmbH & Co. KG Berlin-Spandau; DVBI Fonds/Reithinger Bank GmbH & Co KG).

Ursachen für die Schieflage vieler Fonds

Eine Vielzahl geschlossener Immobilienfonds, insbesondere in Berlin und Ostdeutschland, ist notleidend geworden. Die Ursachen sind vielfältig. Oftmals stimmen die prospektierten Mietangaben nicht; in nicht seltenen Fällen treten Baumängel hinzu. Es entfallen Anschlussförderungen oder die Fonds fehlkonzipiert und das zuständige Betriebsstättenfinanzamt macht den Kapitalanlegern einen Strich durch ihre steuerliche Ersparnisrechnung. In anderen Fällen wiederum sind die Anleger von den Initiatoren auch betrogen worden, in dem die Anleger z.B. bei den Anschaffungskosten des Grundstücks und bei den Werklöhnen übervorteilt wurden oder der Rahm durch überhöhte weiche Kosten abgeschöpft wurde. Wenn man nur die prospektierten Mieteinnahmen hoch genug ansetzte, ließ sich nahezu jeder Immobilienfonds rechnen.
Im Falle der Reithinger Bank zeichnen sich umfassende Interessenkonflikte ab. Die BaFin zwang die Bank zum Schutz der Gläubiger in die Insolvenz. Für die geschädigten Fondsanleger, deren Gelder zu einem erheblichen Teil der Bank zuflossen, bestehen Chancen aus der Haftung für die Kredite entlassen zu werden.

Wirtschaftliche Folgen für Anleger

Viele Fonds können den Kapitaldienst gegenüber der objektfinanzierenden Bank nicht mehr erbringen. Die Anleger - so die Banken - sollen nachschießen. Aufgenommene Kredite für wertlose Beteiligungen sollen bis zu bitteren Ende zurückgezahlt werden. Es soll das eingezahlte Fondskapital oder gar mehr noch nachgeschossen werden. Was den Anlegern weder von den Initiatoren noch von der objektfinanzierenden Bank, die sich mit dem Anlageprospekt, Zeichnungsscheinen, den oftmals unzutreffenden Widerrufsbelehrungen bestens auskennt, nicht klar gesagt worden ist, dass Fonds in der Rechtsform der GbR eine quotale, jedoch der Höhe nach unbegrenzte Nachhaftung vorsehen und Kommanditisten einer KG neben der erbrachten Pflichteinlage die Hafteinlage bis zur Höhe der im Handelsregister eingetragenen Kapitalsumme einzahlen müssen.

Wenn der Kapitalanleger, wie nicht selten, gar noch seinen Fondsanteil finanziert hat, ist nicht nur der Anteil wertlos geworden - was oft noch verschmerzbar ist - sondern es ist zusätzlich noch der Bankkredit abzutragen, der nach den Prospektangaben eigentlich aus den Ausschüttungen mühelos hätte bedient werden können.

Schutzwürdiges Vertrauen der Anleger

Die Fondsanleger haben mit oder ohne steuerliche Beratung auf die Prospektangaben der Initiatoren vertraut und die fondsfinanzierenden Banken, vielfach die Hausbanken der Initiatoren haben zweifelhafte Finanzierungszusagen erteilt, die wiederum die Anleger ins Boot gelockt haben. Für die fondsfinanzierenden Banken war die Sache sicher; wenn von den Kapitalanlegern nur genug Eigenkapital eingesammelt würde. Für die Bank konnte ja nichts schief gehen, wenn es den Initiatoren und Strukturvertrieben gelingt, 30% bis 50 % Eigenkapital einzusammeln. Somit lag das Risiko allein bei den Fondsanlegern, die aus der Sicht der Initiatoren und Banken ohnehin nur Steuerersparnisinteressen verfolgen. In dieser Situation wird häufig übersehen, dass das leichtfertige Finanzierungsverhalten der Banken eine wesentliche Mitursache dafür ist, dass sich viele Fonds heute in einer Schieflage befinden. Zudem hatte die fondsfinanzierende Bank in der Regel einen Wissensvorsprung vor den Anlegern und hatte auf die in der Regel mängelbehaftete Prospektierung Einfluss nehmen können.

Der Fall der Brunowa GmbH & Co. KG aber auch die DVBI Fonds sind ein Musterfall dafür, dass die Interessen der Fondsanleger besser geschützt werden müssen. Ehemals gutverdienende Freiberufler und Unternehmer, die die Steuerersparnisse einst dankbar begrüßten, stehen heute aufgrund des Niedergangs ihrer Arztpraxen, Anwaltskanzleien, Architektur- und Ingenieurbüros vor ernsthaften Problemen. Die Sanierungsbeiträge sind für viele Anleger wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.

Ist es wirklich richtig, dass die Anleger die Suppe alleine auslöffeln, oder tragen nicht die Banken ein gehöriges Stück Mitverantwortung. Die Initiatoren haben sich oftmals längst aus dem Staub gemacht und/oder die Prospekthaftungsansprüche gegen sie sind verjährt.

Das Anliegen der Schutzvereinigung ist es, den Interessen der geschädigten Kapitalanleger in der Öffentlichkeit und vor Gericht mehr Aufmerksamkeit zu verleihen und unterstützt durch ein Beratungsteam Schieflagen aufzugreifen und die Ursachen und Verantwortlichkeiten der Beteiligten festzustellen. Zugleich sollen die Anleger über ihre Rechte insbesondere im Verhältnis zu den Fondsbanken aufgeklärt werden. Die Rechtsprechung beginnt, die Schutzwürdigkeit der Anleger zunehmend anzuerkennen. Lesen sie hierzu unser Merkblatt in Sachen DVBI/Reithinger Bank.